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Sie werden kein Schauspiel sehen.
Ihre Schaulust wird nicht befriedigt werden.
Sie werden kein Spiel sehen.
Hier wird nicht gespielt werden.
Peter Handke, Publikumsbeschimpfung

Mach mir den Handke

„Sie werden kein Schauspiel sehen.“ Unausweichlich für die Hörer lässt Handke so in seiner bekannten Publikumsbeschimpfung sein Sprechtheater beginnen. Es geht nicht um Schaulust. Und es ist kein Spiel. Das ist ein Satz. Und der ist ein Hinweis eines Sprechers auf das Kommende. Eine kalte Dusche für die Theaterbesucher. Wider all ihre Erwartungen. Sie sollen nicht enttäuscht werden. Sie sollen nicht die gesamte Zeit warten auf das, was nicht kommen wird. Zudem ist das, was immer es ist, nicht belanglos. Eben nicht „nur“ Theater. Nichtmals Schauspiel. Sondern nichtmals Spiel. Es ist ernst. Und das ist gewiss nicht das, das sie erwarten.

Es findet statt in diesem seltsamen Raum namens Theater. Aber es bezieht sich auf das, was draußen geschieht oder geschah. Außerhalb dieser seltsam abgeschirmten Architektur. Diese ist Tor zu einer anderen Welt, aber vielleicht auch Fenster in die bekannte. Doch das Selbstverständliche ist so selbst verständlich nicht. Darum bedürfen wir dieses Fensters. Dann ist aber der Grund, warum wir Theater haben, dieser Schritt nach dem präsentierten Stück in dieses draußen. Dieses ist nicht mehr das, was es vorher war – zumindest wenn die Präsentation gut war. Oder geht es um das Stück und nichts anderes als das Stück? Verweist Theater auf irgendetwas außerhalb seiner selbst?

Egal. Entweder geht es bei Theater um unsere Sicht auf die Welt. Die Dinge. Unsere Erklärungen, Verklärungen und achso unhinterfragbaren Zusammenhänge. Oder eben um Selbstreferentialität. Vom Blabla des Alltags ins Blabla der Aufführung und wieder zurück ins Blabla des Alltags. Das ist der autopoietische Reigen der Postmoderne. Rudelbums in der Beliebigkeit. Aber auch schon hier liegt eine Schicht feinen Staubes des Endes des Endes der Geschichte. Auch das Posthistoire kommt ins Alter.

Mir geht es um Gedanken von Theater heute. Heute im mobilen, im digitalen Zeitalter. Oder wie immer ihr es nennen wollt. Mir kommt es nicht auf Worte an. Nicht auf Schubladen. Ums Theater soll es mir gehen. Nicht um den fluffigen Zeitvertreib „lasst uns doch mal ins Theater gehen!“ Nicht um das Verstehtheater des Bildungsbürgertums. Nicht um Brechts Didaktik der Gesellschaft auf der Piscatorbühne. Nicht um bloße Sensation. Weg mit den Effekten – hin zu den Affekten? Nein. Vielleicht. Große Emotion zwischen rhythmischer Turnübung und tiefempfundener wortloser Empathie sind immer Thema, solange es Menschen gibt. Also wo die Liebenden ihre eigene Sprache sind und keiner anderen bedürfen. Doch haben wir noch die gleichen Gefühle wie unsere Generationen vor uns? Einige Mitmenschen fühlen sich heute von vielem determiniert. Manipuliert. Einige empfinden die NSA-Affäre als Drama, in dem der Whistleblower als Garant der Wahrheit auftritt und die Politik uns nur noch Fiktionen bieten kann. Oder ganz aktuell: Der Fall Edathy. Der entweder eine persönliche Tragödie wird oder ein Politikum ist, in dem der Aufklärer von NSU-Verbrechen abgestraft werden soll. Zumindest gebremst.

Doch das sind Themen. Inhalte. Gehalte. Das Fass ist mir jetzt zu groß für einen kleinen, bescheidenen Blogpost. Aber neben den altbekannten Themen wie Liebe, Tod und Schicksal sind es die Politik dieser Tage sowie die Prozesse der Meinungsbildung, die in sich ihre eigene Tragik tragen. Also hat unsere Zeit genug Themen. Doch zuviel für diesen Text. Denn man könnte auch fragen: Was, wenn alles nur Theater ist, da draußen? Dann sucht man Zuflucht in der Anstalt, wo man weiß, dass alles nur Theater ist.

Flashmobbing, Hangouterei und rhizomatisches Theater

Mir soll es im Folgenden um neue Orte gehen. Orte, an denen Theater heute geschehen kann. Das ist nicht nur der altehrwürdige Kulturtempel, obwohl nichts gegen ihn spricht. Oder sehr viel. Aber auch das wäre ein anderer Artikel.

Ich behaupte jetzt in diesem Text voller Emphase: Es gibt heute noch mehr Orte, an denen Theater stattfinden kann. Womöglich sogar muss. Neue Orte. Alte Orte. Auf ein haudrauf Allesmussjetztdigitalsein kommt es mir nicht an. Sondern einzig: Theater kann überall geschehen. Auch auf der Straße. Mitten im Trubel. Das ist beispielsweise ein alter Ort. Doch für Theater oft noch ungenutzt.

Flashmobs sind eine neue zeitgenössische Form scheinbar spontanen Theaters an diesem Ort. Es zählt die Überraschung. Die Verwunderung. Die Unausweichlichkeit. Doch nicht die des Hörens, sondern der Einbettung in den Alltag. Hinterfragt wird mehr der Ort und die dort üblichen Tätigkeiten. Vor oder in Cafés mit WLAN böte sich ein Wischmob an. So nennen ich jetzt einen Flashmob mit dem Tanz der Gesten auf Smartphones oder Tablets aber ohne diese Geräte. Das ist Pantomime auf der Straße. So wäre diese Art sogar zwischen Theater, Varieté und Zirkus angesiedelt. Ziemlich old fashion wie man merkt.

Fast jeder kennt Beispiele auf YouTube, wo Menschenmassen in Bewegung und Starre sich verhalten als wollten sie die Beuysschen Aggregatszustände von dessen Bildhauertheorie bebildern. Erst eingebunden in die Menge der Nichtschauspieler trennen sie sich, bilden ihre eigene Form und gehen nach einiger Zeit wieder in der allgemeinen Masse auf. Oder sie beginnen zu singen, musizieren und tanzen, um nach kurzweiliger Anstrengung wieder in der Konformität der Masse einzugehen. Form und Auflösung. Theater als Moment.

Flashmobs sind embedded theatre. Mobile happening. Location based performance. Wer ist das Publikum? Die Umstehenden? Kann man so sehen, muss man aber nicht. Ohne sie funktioniert keine Einbindung. Keine Begrenzung. Keine Abgrenzung. Sie sind wesentlich für einen funktionierenden Flashmob. Sollte dieser Flashmob aufgenommen und auf YouTube gestreamt werden, so sind zumindest die User auf YouTube sowas wie das Publikum, wobei fraglich ist, ob sie der Definition eines Publikums von Maletzke entsprechen, denn sie interagieren miteinander. Nach Maletzke ist ein Publikum sich untereinander fremd. Das ist beim klassischen Theater so. Auch beim TV. Aber nicht mehr zu Zeiten von Social Media. In YouTube sind alle wenigstens via GMail oder Google Plus miteinander vernetzt. In Kommentaren besteht die Möglichkeit zum Austausch. Über Google Plus sogar über Kreise, Communities und Seiten. Sie können sich sogar im hauseigenen Videokonferenzsystem von YouTube oder Google Plus aus untereinander sehen und miteinander kommunizieren.

Darum jetzt folgerichtig gefragt: Warum kein Hangout-Theater? Extra Aufführungen via Google Hangout. Entweder als Schauspiel für sich oder eingebettet mit Gästen. Nichtschauspielern. Mehr Improvisation als Darbietung. Weniger Wiederholung als je neues Wagnis. Wem das eben Geschriebene zu digital ist, dann lasst mich nochmals meinen Gedanken anders beginnen: Warum kein Wohnzimmer-Theater? Theater in geschlossenen Räumen. Wohnzimmern halt. Meinetwegen ebenfalls in der Garage. Vor der Tür. Draußen vor der Tür. Vor Ort kein Publikum. Wer am Ort ist nimmt am Spiel teil oder nicht. Zur selben Zeit an anderem Ort: ein anderer Trupp. In einem anderen Wohnzimmer. Oder Garage. Oder vor der Tür. Egal. Nur woanders, aber zur gleichen Zeit. Maximal zehn solche Trupps können zusammenfinden. Die Grenze setzt das Videokonferenzsystem Hangout von Google. Oder spannender: Fünf solche Schauspielgruppen, die sich alle ihr eigenes Stück erarbeiten (wer wohl berücksichtigen wird, dass die unterschiedlichen Gruppen auch interagieren können?), treffen auf fünf Nichtschauspieler. Wer agiert mit wem? Wer reagiert worauf? Wer spielt nur für sich? Und übertragen wird das Ganze per Hangout on Air – also mit gleichzeitigem Stream nach YouTube. Hier wäre noch mehr zu überlegen. Beispielsweise: Was ist mit den zuschauenden Usern auf YouTube? Welche Rolle haben sie – klassisches Publikum? Doch ich will es mal hier beim bislang Angerissenen belassen.

Abschließender Gedanke: rhizomatisches Theater als ein Beispiel für Stadtmarketing. Das Ganze als Gewebe. Wir sind immer schon mittendrin. Die Stadt als Ort von Theater. Ein(?) Stück in mehreren Erprobungen. Der Überblick über das Ganze ist so alt wie der Traum vom Fliegen. Entweder Ikarus (höher, immer höher der Sonne entgegen) oder der Flaneur – andere Rollen bleiben uns nicht. Vertikale oder horizontale Bewegung. Der Spaziergänger durchstreift und entdeckt im kurzweiligen Zeitvertreib. Zwar entgeht ihm die Vogelperspektive von Ikarus, aber er bleibt auf dem Boden. Entdecken kann er ein MashUp von Kleinststücken (beispielsweise Wohnzimmertheater + Flashmobs). Aber nur, wenn diese aufeinander abgestimmt geplant werden. In sich abgeschlossen. Für sich stehend. Aber aufeinander bezogen. Irgendwie. Es lebe das Ganze der Fragmente! Jeder „Betrachter“ durchstreift verschiedene Stücke, jeder in anderer Reihenfolge, manche in Gruppen vielleicht auch die gleichen. Mal mehr Betrachter, dann mehr selbst Akteur.

Immer dabei: digitales Begleitmaterial. Je mehr der Flaneur interagieren kann, umso mehr wird Theater zum Game. So könnte Stadtmarketing das gesamte urbane Umfeld zu einem einzigen Theater machen. Zu einem Theaterspiel. Oder Spieltheater. Zu einem Stück in mehreren Erprobungen. Und für immer digital festgehalten via YouTube. Aber bitte: gewinnen kann man da nichts. Gewinn wird nur vorgegaukelt, damit weitere Spiele gespielt werden. „Um zu erfahren, welchen Sinn das Leben hat, müssen sie erst die nächst höhere Spielebene gewonnen haben.“ Oder „die Antwort überreicht Ihnen Herr Godot. Bitte warten.“ Aber das wäre nur ein weiteres mögliches Thema.

Dieses ist mein bescheidener Beitrag zur Blogparade „Alles ’nur‘ Theater?“ vom Theater Heilbronn http://blog.theater-heilbronn.de/?p=6276 . Mit Theater habe ich dieser Tage leider wenig zu tun. Während meiner Schulzeit führten wir im LK Deutsch „Unsere kleine Stadt“ von Thornton Wilder auf. Ich spielte den Professor und den Texaner. Das komplette Bühnenbild konzipierte und setzte ich allein um. Außerdem hielt ich ein ausuferndes Referat über Theatertheorien. Als Schüler besuchte ich mehrere Aufführungen des Landestheaters Detmold. Dort hatten wir eines dieser berühmt-berüchtigten Abos. Dort geschah auch ein Erstkontakt mit Wagner. Während meines Studium dann Besuch von Wagneropern in Köln und Frankfurt. Für meine Erste Staatsarbeit in Kunst ebenso auch Ballettbesuche im Folkwang in Essen. Pina Bausch war zugesagt, passte nur terminlich nicht.

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Intro

Dies ist ein Beitrag zum Webmaster Friday dieser letzten Woche im September mit dem Thema „Schneller! Zeitdruck – was tun?“. Ich wähle bewusst als Form die Beschreibung eines beliebigen Tages als eine mehr oder minder geplante Abfolge mehrerer Entscheidungen. Ich trenne nicht zwischen Social Media, Bloggen und Alltag, da im mobilen Zeitalter, in dem wir uns befinden, ohnehin das alles ineinander übergeht beziehungsweise mehr oder minder zeitgleich geschieht. Es gibt keinen festen Ort und keine feste Zeit mehr für die Rezeption oder die Produktion von Medien einerseits und den Alltag andererseits. Außerdem werden einige fachliche Entscheidungen während banaler Aktionen präkonzeptioniert. Also in einem Gedankennebel vorgeformt.

Morgendämmerung

Zeitmanagement bedeutet Prioritäten zu setzen

Piiiep. Piiiep. Piiiep. Lärm! Quälender Lärm! Das schrille Geräusch des Weckers nervt. Meine  Hand streckt sich der Störung entgegen. Irgendwo auf der Rückseite gibt es einen kleinen Schalter. Meine Finger fühlen herum bis sie irgendetwas finden, das sich richtig anfühlt. Gefunden! Der Krach ist beendet. Aufatmen.

Meine Augen sind noch geschlossen. Kaum ist der Lärm weg, kämpfe ich mit der Schwerkraft meiner Augenlider. Es muss sein: Ich öffne sie. Zur gleichen Zeit hänge ich meine Beine aus dem Bett. Nun in Sitzposition. Ich schließe wieder meine Augen.

Ausruhen! Ausruhen? Der Wunsch besteht. Ich räume ihm keinen Platz ein. Keine Zeit. Aufstehen ist angesagt. Keine Diskussion – auch nicht mit mir. Das endet nur in Weiterschlafen.

Wie ein Automat schleiche ich ins Bad. Sehnsüchtig nach Bettruhe und mehr dem Schlaf verbunden als dem Wachsein erschrecke ich, als ich das Licht anschalte. Muss sein. Hat aber etwas Brutales  Überall ist Licht. Die Kacheln reflektieren es und machen es noch schlimmer. „Warum will nur jeder im Bad Kacheln haben?“ denke ich mir. Der Spiegel ist noch böser. Gemeiner. Weder möchte ich das Licht sehen, noch mein Konterfei. Waschen und Zähneputzen erfolgt mit Routine. Die Augen schließe ich zwischendurch immer mal wieder. „Aaaah! Nein! Wieder öffnen. Nur nicht wieder einschlafen.“

Währenddessen erste Gedanken an irgendwelche Themen. Arbeit. Manchmal kommen mir hier die besten Ideen. Notieren? Wie möglich mit Zahnpastaschaum im Mund. Und wer hat seinen Laptop startbereit so früh im Bad? „Merken!“ weise ich mir selbst zu. „Nur nicht vergessen!“ – das ist es, wonach ich gestern den ganzen Tag suchte. „Aber warum jetzt? Warum kommt mir jetzt die rettende Idee?“ Ich rase doch mit Zahnbürste im Mund ins Zimmer, wo ein Notizblock liegt. Ich schreibe ein, zwei Stichworte auf. Die überragende, überzeugende Rede, die ich mir eben still im Bad selbst hielt, bekomme ich nicht mehr auf die Reihe. „Aber immerhin!“ – Das wichtigste ist aufgeschrieben.

Ab in die Stadt

Unterwegs in den Tag mit den ersten Nachrichten aus Radio und Social Media

Die Kleidung des Tages ist schnell ausgesucht. Flott angezogen. Ich überlege kurz, ob ich frühstücke. Wie fast jeden Tag entscheide ich „Nein!“. Dazu gehört Zeit. Muße. Außerdem mag ich es in Gesellschaft und dann ausgedehnt die erste Mahlzeit des Tages zu mir zu nehmen. Entweder zu zweit mit der Partnerin oder mit mehreren.

Sehnsüchtig denke ich an die Kunstexkursionen nach Südfrankreich zurück. Mit mehr als zwanzig Studenten an einem Tisch. Alle engagiert. Selbst motiviert. Ungestört. Die Profs lebten einige Kilometer entfernt im Dorf. Dort sollten sie die meiste Zeit auch bleiben. Wir organisierten uns selbst. Am Frühstückstisch wurde geregelt, wer mit wem wohin fuhr, wer die improvisierte Dunkelkammer im Bad benötigte oder wer für das warme Abendessen sorgte.

Währenddessen packe ich mein Smartphone in die Innentasche meines Blazers. Schnell den Rucksack über die Schulter geschwungen. Ein kurzer Blick in die Wohnung, ob ich nichts vergessen habe. Ich mag es nicht, wenn das Geschirr stehen bleibt. Ein weiterer Grund gegen das Frühstück zuhause. Das bedeutet noch mehr Zeitverlust.

Also schnappe ich mir mein Smartphone, stelle das Radio ein und gehe zur Bushaltestelle. Bevor der Bus kommt checke ich zum ersten Mal Twitter und Facebook. So für den ersten Überblick. Manchmal auch schon Google Plus. Aber da brauche ich meist mehr Zeit. Nicht unbedingt mehr Ruhe. Ohne Zeichenbeschränkung sind die Statusmeldungen dort meist länger als auf Twitter oder Facebook. Nicht selten komplette Kurzartikel. Manchmal auch vollständige Blogposts mit noch einem Link als Bezugspunkt dran. Kurz: Google Plus ist meist zu  umfangreich für unterwegs.

Manche Tage kommt es vor, dass mir das Radio den ersten Tagesüberblick liefert, während Twitter  & Co.mir Weiterführendes mitteilen. Aber zumindest erste Meinungen.

Bei bestimmten Ereignissen, die Echtzeit erfodern, filtere ich nach Hashtag und Keywords. Das sind Revolutionen, Naturkatastrophen oder Konferenzen. Dann will ich auch an der Bushaltestelle und im Bus wissen, was Sache ist – und das von Menschen vor Ort.

Umsteigen in den Zug. Mitunter twittere ich von hier aus das erste Mal. Im Bus fast nie. Mit Bewunderung schaue ich der Whats-App-Generation über die Schultern, in welchem Tempo mit anscheinend kaum Tippfehlern sie das schaffen. Im Ort angekommen gehe ich ins Bistro. Hier bestelle ich ein Croissant und ein warmes Koffeingetränk. Irgendwo nehme ich Platz. Im Stehen mag ich nur ungern etwas verköstigen. Während dieser Zeit beachte ich weder mein Smartphone noch Tablet, das ich in der Zwischenzeit starten lasse. Sie warten arbeitsbereit auf dem Tisch. Aber jetzt ist nicht ihre Zeit. Noch nicht. Aber bald.

Zeit fürs Bloggen

Nachdem die letzten Krümel des leckeren Croissants vom Tisch gefegt sind und die Hände gewaschen, weil die Marmelade mal wieder kleben musste, beginne ich mein Tablet mit angedockter Tastatur vor mich zu stellen. Das sieht nicht nur nach Arbeit aus, das wird es auch. Denn jetzt ist Blogging Time!  Nach kurzer Überlegung entscheide ich mich für das Thema. Meist habe ich vor mehrere Artikel zu schreiben. Da muss ich nur sondieren, ob mir mehr nach diesem oder jenem ist. Eine Deadline gibt es nicht. Meist. Es sei denn es ginge um eine Blogparade. Die haben sowas wie einen Abgabetermin. Das ist aber nichts Ungewöhnliches für mich. Länger als einen Tag schreibe ich eh meist nicht an einem Blogpost. Oft nur irgendwas zwischen zwei bis vier Stunden.

Über Aufträge äußere ich mich nicht. Das liest sich bei vielen wie Kundenbeschimpfung. Sondern nur über meine privaten Unternehmungen. Die dienen aber ebenso meiner beruflichen Reputation, sodass sich das beides nicht so leicht voneinander trennen lässt. Nach ersten Überlegungen, wie ich das Thema angehe, entscheide ich, in welches meiner Blogs der Artikel hineinpasst. Rein Fachliches landet in PR goes social, sind mehr Ich-Anteile enthalten gehört es in mein persönliches Blog countUP Blog. Und ist es experimentell, dann ins Medienstübchen. Manchmal entsteht der Post erst beim Schreiben, ein anderes Mal habe ich schon klare Vorstellungen, wo die Reise hingehen soll. Die benötigte Zeit zum Schreiben ist jedesmal aber fast immer gleich.

Der Wettlauf ums Publishing

Reiner Terminfetischismus oder geht es um Inhalte?

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst? Nicht unbedingt. Was mir vollständig unwichtig ist beim Bloggen für eine Blogparade, ob  ich der erste bin in der Liste der Abgeber. Als ginge es um ein Wettrennen. Da kommt es mir zu sehr auf Form und Inhalt an beim Schreiben als auf so gehaltsferne Kriterien. Zugegeben: Sie sind schön messbar. Der erste ist der oberste auf der Liste. Für alle Nachfolgenden gut sichtbar. All die anderen verlinken womöglich seinen Artikel. Was so schön nach SEO klingt, kann aber fatal werden. Wie schnell ist so ein Artikel gestrickt? Wie groß ist dann die Versuchung, in die Schublade zu greifen und vorgefertigte Artikel abzugeben? Abgestandene Posts riechen schlecht. Haben etwas Anrüchiges, auch wenn sie von einem selbst geschrieben wurden. So zeitlos ist das Netz eben nicht. Dazu verändert sich zuviel viel zu schnell. Vorgeschriebene Artikel sind selten aktuell. Somit schwindet mit der Schnelligkeit oft die Aktualität des Geschriebenen. Damit auch die Qualität.

Wer auf solche Posts verlinkt, tut seiner Reputation keinen Gefallen. Und manch einer, der immer der erste sein will, wird schnell der letzte sein. Diese Weisheit hat sogar biblische Grundlagen. Hier gilt es abzuwägen: Will ich jetzt im Moment besser gefunden werden? Oder eine gute Reputation haben? Sicherlich muss man hier einen Mittelweg finden. Aber mit schlechten inhaltlichen Posts tut man sich keinen Gefallen, auch wenn sie schnell gefunden werden. Die schnelle Blamage ist kein Wert. Dann besser etwas konservativ nicht den schnellsten Weg gehen, sondern auf Werte setzen.

Das Internet als reiner Verlinkungsapparat ist etwas anderes als das Internet als Vernetzung von Menschen ist etwas anderes als das Internet als Gesellschaft der Prosumer. Technik, Psychologie oder Soziologie – sie spielen immer eine Bedeutung, wenn wir „Internet“ sagen. Die Beschleunigung ist kein Problem. Das ist eine Frage eines gelingenden Zeitmanagements. Und das bedeutet Prioritäten zu setzen. Die muss man für das Hier und Jetzt kennen.

Nach dem Bloggen ist vor dem Bloggen

Ich verlasse das Bistro. Als letztes habe ich meinen Post mehrmals gelesen. korrigiert und irgendwann für beendet erklärt. Meist teile ich ihn über Twitter, Facebook, LinkedIn, Google Plus und als letztes meist noch Pinterest. Auf dem Rückweg plötzlich ein Tumult. Mein Smartphone ist an, da ich Radio höre mit Knopf im Ohr. Ich frage, was los ist. Mache ein paar Aufnahmen. Überlege mir die Situation eventuell zu streamen. Oder zumindest zu filmen. „Mein Tablet hat eine bessere Qualität“ – überlege ich. Aber das dauert zu lange bis es hochgefahren ist. Zuviele Apps – ich gebe es ja zu. Ich ärgere mich, kein Reporter-Mikrofon mitzuhaben. Der Ton wäre wesentlich besser. Aufnehmen, abschicken, verteilen. „Voreilige Berichterstattung“ denke ich mir. Aber warten bringt hier auch nichts. Da bin ich ehrgeizig: Wenn ich selbst vor Ort bin, dann möchte ich der erste sein, der darüber berichtet. Sitze ich am Rechner, während irgendwo anders ein Ereignis stattfindet wie eine Revolution und ich kann von wo ganz anders aus Meldungen retweeten, so mach ich das. Da möchte ich mitwirken, dass wir online schneller sind als Rundfunk und Print. Es geht um eine zeitnahe Berichterstattung, die noch mitten drin steckt im Ergriffensein vom Ereignis. Und es geht ums Kuratieren von Inhalten. Ums Auswählen, was man anhand welcher Kriterien verteilt.. Aber das wäre ein anderes Thema, wie hier journalistisch die Qualität sichergestellt werden kann oder welche Tugenden ein Journalist heute haben muss.

Be- und Entschleunigen

Das Internet ist eine Realität in unserem Alltag. Längst ist es mobil geworden. Smartphones sind erst der Beginn. Uhren und Brillen werden folgen. Und wer weiß, was für Geräte noch. Es ist keine Frage der Zeit, wie lange man online ist. Festquatschen kann man sich ebenso offline – und damit das Zeitgefühl verlieren. Oder beim Bücherlesen. Wichtig ist, Prioritäten setzen zu können. Dabei geht es nicht, um offline versus online, sondern überhaupt: Wofür ist mir meine Zeit wichtig? Alles andere ist nebensächlich. Reine Eile mit Weile, also Entschleunigung, bringt nicht automatisch Muße mit sich. Man muss die Zeit entsprechend nutzen und nicht einfach mit Nichtstun vertrödeln.

„ Ich bestätige die Einschreibung dieses Blogs auf Paperblog unter dem Benutzernamen countup“

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Intro


Es ist einer dieser heißen Tage. Klimatisch Spätsommer. Über 30 Grad im Schatten. Aber kalendarisch betrachtet Herbstbeginn. Fünfter September. So sitze ich im Schatten eines Cafés im Rheinland und kämpfe mit dem offenen WLAN. An. Aus. An. Aus. Die Entscheidung ist gefallen: Ich blogge zum Thema wie social ich denn nun sei. Die Ausfallorgien des Netzes sorgen für einen etwas mauligen Unterton. Sei es drum! Da müsst Ihr nun durch als Leser.

Offenes WLAN als Geschenk und Schabernack


Aber wer kennt es nicht von Euch? Da sitzt Ihr irgendwo, seid froh, dass es ein offenes WLAN gibt – und dann verwöhnt es Euch mit diesem Staccato. Wieviel Tweets verdanken sich auf Konferenzen diesem Umstand, dass Ihr kein WLAN bekamt? Oder es kurz da war und es wieder verschwand. So einfach. Ohne Vorwarnung. Fort! Deshalb ist es nun beschlossene Sache: Ich werde zum Thema bloggen, denn ich stecke gerade mitten drin. Was könnte besser dazu geeignet sein als der temporäre Verlust der mobilen Weltverbundenheit, um der Bedeutung der Sache an sich gewahr zu werden.

Es begann damit, dass ich einem Bettler seine Obdachlosenzeitung nicht abkaufte, sondern ihn abwies. Stattdessen setzte ich mich in ein stylisches Café, nein, eher so ein hippes Gastronomiedingens für Frozen Joghurt, französische Tartes sowie Teespezialitäten. Sessel und Sitze mit Lederbezug. Etwas für Freunde von asiatischem Design. Nicht unwichtig ist, dass das fast genau vor der Nase des Obdachlosen war. Kurze Zeit später zog er von dannen. Er kam aber wieder. Laut schimpfend über diese iPhone-Besitzer. Dabei besitze ich kein solches Gerät. Ich suchte nur direkt vor seiner Nase nach dem Netz mit meinem Smartphone. Marke Samsung. Aber das muss ich ihm zugute halten: Er maulte in die entgegengesetzte Richtung. Dort befand sich ein Steakhouse. Irgendwie fühlte ich mich dennoch angesprochen.

Ich hätte ihm ja ein paar Cent gegeben. Aber was weiß ich, wie die hier vor Ort organisiert sind. Das ist es eben manchmal. In Dortmund gab es einen Laden, der die Zeitschriften verteilte. Es war bekannt, dass der Besitzer eine eindeutig politische Meinung besaß. Und zwar die, die entgegengerichtet war zu den Lebensinteressen der Obdachlosen. Was weiß ich nun, wen ich mit der Spende unterstütze? Außerdem hatte er eine neue Lederjacke an sowie niegelnagelneue Schuhe. Er sah alles andere aus als obdachlos zu sein.

Also weiter im Text. Das heißt: Erst einmal beginnen.

Nein! Das Netz. Wieder weg! Wie kann ich denn schreiben, wenn die mobilen Kuscheleinheiten, die ich neulich erst lobte, immer wieder verschwinden? Also WLAN, das Netz, ist wichtig. Dringend wichtig. Ein Leben ohne Netz: schwer vorstellbar. Jedenfalls für mich als Blogger. Für mich als Curator von Inhalten. Für meine Kontakte und mich: Man nennt es Kommunikation!

Der restaurative Blick in die reine Offline-Welt: nicht wünschenswert. Reines face-to-face genügt nicht mehr. Zu wenig Expertise um mich herum. Wie kann es heute noch solche Menschen geben, die das fordern: raus aus dem Netz, rein in das, wie es früher gewesen sein soll? Trotz NSA und all der Skandale: Da muss es eine politische Lösung geben. Der vermeintliche Entzug von allem Digitalen jedenfalls bringt nicht die Lösung. Sonst wäre ich jetzt ein glücklicher Mensch. Jedenfalls immer wieder zwischendurch. An. Aus. An. Aus.

Ich wechsle das Lokal mit Hoffnung auf besseres WLAN. Neulich funktionierte es dort sehr gut. Doch neulich war neulich. Dafür springt mich hier das hauseigene WLAN ständig an. Ihr kennt das bestimmt – diese aufpoppende Seiten mit blinkendem Cursor im Formularfeld. Beschreibe mich! – scheint es zu rufen. Schließlich melde ich mich auch bei diesem Anbieter an. Hinterlasse nicht nur meine eMail, sondern ebenfalls meine Telefonnummer. Sie wollen mir die Zugangsdaten per SMS zuschicken. Nur so geht es: via SMS. „So! Das reicht nun für die Geheimdienste“ dachte ich mir. „Jetzt könnt Ihr nicht maulen. Auch sämtliche Polizeibehörden, die keine richterliche Erlaubnis wollen – aber, ach nein. die gibt es ja nicht. Da halten sich alle brav an die Vorschriften! Und von fremden Diensten wird sich keiner die Daten besorgen.“ Schmunzelnd setze ich meine Tipporgie fort. Währenddessen zwitschert mir mein Samsung, dass eine neue Nachricht da ist. Nein, sie ist es nicht. Speicher voll. Kann keine Nachrichten empfangen. Also auch keine SMS. Nun weiß wer auch immer, meine Daten und ich habe nichtmals was davon. Weiter also mit stotterndem WLAN.

Kommunikation als Wert an und für sich sowie als Reputation


Ich twittere, also bin ich. Es gibt kaum etwas, das ich nicht öffentlich twittere. Dabei schreibe ich entweder eigene Gedanken auf oder kuratiere und teile ebenso fremde Inhalte. Stay informed! Darum könnte ich ebenso schreiben: Ich share, also bin ich – auch wenn das kein cartesianischer Skeptiker so schreiben würde.

Dem einen sind es zuviele eigene Gedanken, dem anderen zuviel fremde Inhalte. Anderen kann man es eh nicht recht machen. War und wäre auch nie ein Ziel für mich. Verlorene Lebenszeit. So machen sich einige nur unglücklich, wenn sie so der Meinung anderer folgen. Sachliche Kritik ist etwas anderes. Die ist nützlich.

Meine Follower, Fans und von mir Gefolgten produzieren ständig eigenes Wissen oder teilen das von anderen. So extrahieren einige Aggregatoren besondere Tweets und präsentieren sie in eigenen digitalen Zeitschriften. Die TweetedTimes wird einzig durch meinen Twitterstream gefüttert. RebelMouse durchforstet zusätzlich Google Plus sowie Facebook. Und die Paper.lis erweitern die Suchanfragen noch durch Suchmaschinenabfragen. Die Zeitschriften sind öffentlich zugänglich und abonnierbar. Also social pur. Ich behalte das Wissen der anderen nicht als Herrschaftswissen (Habermas) für mich in dieser geordneten Form, sondern gebe es der Community zurück. Teile das Wissen mit ihr.

Vorwiegend haben meine Inhalte etwas mit Kommunikation zu tun. Darum überwiegen fachliche Themen zu PR, Werbung, Journalismus, Medien – und Social Media im besonderen. Politik ist ebenfalls ein kommunikationslastiges Thema. Darum twittere sowie blogge ich auch darüber. Das ganze Schreiben-Über würde mich auf Dauer langweilen. Ach geh! Da muss auch „Butter bei die Fische!“ – also spiele ich ebenso auf meinem Blog „Medienstübchen“ mit Formen. Der geneigte Leser wird ein Spiel mit Formen sowie Formalem auch in meinen beiden anderen Blogs „countUP Blog“ (dieses hier) sowie mein Fachblog „PR goes social“ finden (jenes dort ).

Natürlich könnte ich jetzt überall die journalistischen Formate digital nachbilden, um meine Reputation in diesem beruflichen Feld nachzuweisen. Aber: Täte ich das wirklich dann? Was soll das Schreiben von Artikeln, das davon ausgeht, dass irgendeine Nase den Text gegenbenfalls von hinten wegkürzt? Ey, wir sind online! Da gibts sowas nicht. Jedenfalls gibt es keinen nachvollziehbaren Grund, so zu schreiben, weil wir den Platz haben. Wie lang ein Blogpost ist ist quasi wurscht. Mal abgesehen davon, dass ich in meinen Blogs mein eigener Chefredakteur bin.

Wir müssen nicht alles über Bord werfen, was der Journalismus hervorbrachte. Die Unterteilung in Information und Meinung halte ich für sinnvoll. Nur ist Schreiben Online oft mehr das Mitteilen der eigenen Meinung. Also der Kommentar. Leitartikel! Heilige Kuh des Chefredakteurs. Kein Wunder, dass die Hohenpriester von Print keine Relativierung ihrer Leistung sehen wollen. Hier läge übrigens eine Chance der Papierverarbeiter mit besserer Qualität zu glänzen. „Hey, wir können es doch besser!“

Politik. Das spannende am derzeit aktuellen Spionagefall sind mehrere Dinge: Er ist weltweit, was nochmals die Aktualität von Nationalstaaten in Frage stellt. Oder man sich fragen kann: Welche Kompetenzen kann ein Staat dieser Tage überhaupt noch haben?

Und desweiteren ist es ein Beispiel größtmöglicher Nichtkommmunikation. Schweigen und Verschweigen auf hohem Niveau. Zeiten, in denen schwarzer Edding zum Symbol von Transparenz erhoben wird – man denke an die Akten der NSA an die deutsche Regierung, auf die sich Pofalla bezog. Konkrete Kunst. Schwarze Linien auf weißem Grund. Er verkauft sie uns als Informationsmitteilung. Doch sie können nur schwarze Striche auf Papier sein. Eine hermeneutische Fehlleistung. Oder eben reine Diegese . Die Politik wird fiktional. Das Ende von Evidenz. An ihre Stelle treten neue Mythen. Auf jeden Fall ein Thema für Profis in Kommunikation!

Reputation als Ziel ergibt sich also weniger durch Präsentieren von gelungenen Beispielen, die Profis aufschreien lassen, „Oh, das ist professionell!“ und dann nur wieder Bekanntes wiedererkennen, sondern mehr durch das Wagen in unbekannte Gebiete. Durchspielen neuer Formate. Aufzeigen von Chancen und Möglichkeiten. Welche Formate in Blogs gibt es, kann es geben und wird es geben? Das kann man nicht so ohne weiteres beantworten. Das muss man machen.

Tanz auf vielen Hochzeiten


Ich lebe Social Media. Neben Twitter, Facebook, GooglePlus bin ich in noch weiteren Netzwerken sowie auf anderen Plattformen. Schon rein beruflich. Aber hier mache ich keine Trennung zwischen Privat und Beruf. Es gibt keine Plattform, die ich nur für Privates oder nur Berufliches nutze. Zu oft wird berufliche Kommunikation privat und private Kommunikation beruflich. Ich blogge auf Blogger (Google) sowie WordPress, spiele aber auch auf anderen Plattformen herum.

Social Media läuft lebensbegleitend. Darum das Drama mit dem stotternden WLAN. Es ist wie ein ständiger Begleiter. Wenn die Bahn wie neulich aus dem Bahnhof „Düsseldorf Airport“ eine Zugausstellung macht, die Durchsage verlautbart, es finde kein Zugverkehr mehr statt, dann twittere ich derlei Aktuelles selbstverständlich. Ich war kurz vor einem Interview mit einem der Lokführer, da kam die gegenteilige Durchsage, die Züge dürften doch wieder fahren. Im Gespräch mit ihm war ich bereits. Leider hatte ich kein Reporter-Mikrofon dabei. Das wäre sofort als Podcast herausgegangen. Thema egal. Aktuell halt. Es gibt keine bestimmten Zeiten für Social Media bei mir. Theoretisch ist es fast immer möglich. Es geht um Menschen, Zwischenmenschliches, Informationen und Meinungen.

Ich schließe nun diesen Blogpost.

Ein Musiker, der für die musikalische Untermalung sorgt, beendet seine Darbietung. Er grüßt nett als er an meinem Tisch vorüberzieht. Seinen Hut streckt er mir entgegen. Vielleicht gebe ich ihm etwas, vielleicht auch nicht. Das möchte ich Eurer Phantasie überlassen. Wie hättet Ihr reagiert? Wie sozial seid Ihr?

Das ist ein Beitrag zur Blogparade von Tim Ehling auf ethio

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Vorgehensweise

Da meiner einer sich erst an zwei Blogparaden beteiligt hat, wäre es vermessen, einen Beitrag anzustreben, der sich auf diesen leicht überschaubaren empirischen Fundus beruft. Zudem ist bei beiden Blogparaden die Frist noch nicht abgelaufen, so ist nichtmals eine Rückschau möglich.

Statt nun den erfahrenen Teilnehmen von Blogparaden als unerfahrener Besserwisser in die Parade zu fahren, entschließe ich mich zu dem mir einzig machbaren Ansatz: nämlich in medias res zu gehen. Nein: zu stehen,; denn dort befinde ich mich: mittendrin. Mitten drin in zwei laufenden Blogparaden. Zähle ich die jetzige dazu, sind es sogar drei. Von diesem Ort aus schaue ich nach rechts, nach links, ich betrachte einfach die unterschiedlichen Bedeutungen des Wortes Parade und befrage sie, inwiefern sich die Bedeutung des Wortes Blogparade ändert, wenn man es von dort her versteht. Ich betrachte es nicht von der französischen Sprache her, obwohl es ursprünglich ein französisches Wort war.

Ich schaue auf die Verwendung, wie sie vorwiegend im deutschsprachigen Raum üblich ist. Nicht, weil es vom Deutschen vereinnahmt worden ist, sondern umgekehrt, weil das Deutsche immer durch andere Sprachen bereichert wurde: durch Französisch besonders durch die Hugenotten in allen Lebensbereichen, durch Italienisch in der Musik, durch Englisch heutzutage überall an jedem Ort. Sicherlich finden sich noch mehr Belege. Das Ruhrgebietsdeutsch lebt beispielsweise durch eine Vermischung aus Deutsch und Polnisch – berühmtes Beispiel: Motek für Hammer. Aber ein weiteres Verständnis, was Parade sein kann, bietet es nicht. Dafür aber der Fußball.

Geht man so vor wie beschrieben, so durchstreift man den militärischen Bereich, den Sport mehrfach, die Kultur ebenfalls. Es ist also eine Vielfalt an Bedeutungen zu erwarten. Somit scheint es nicht eindeutig zu sein, was wir meinen, wenn wir von Blogparade sprechen, schreiben, dazu aufrufen. Die anderen Bedeutungen schwingen immer mit – und wer kann schon sagen, welche sein Mitmensch als vorrangig betrachtet, sofern es so etwas überhaupt gibt: eine bevorzugte Bedeutung, die über allen Kontexten als erste assoziiert wird.

Mag jemand diese Vorgehensweise einerseits für einen rhetorischen Kniff halten oder andererseits als ernstzunehmende Herangehensweise, die das Verständnis von dem näher beleuchtet, was wir da eigentlich machen oder machen wollen, so zählt letzten Endes das Ergebnis, das es mir respektive uns bringen mag. Ich hoffe auf ein wenn nicht tieferes, so doch zumindest vielseitigeres Verständnis von Blogparade. Bringen wir also den Begriff zum Schillern!

Militärparade

Schweres Gerät sowie Waffen rollen grollend auf den Straßen. Solange es Panzer gibt, werden die Straßen beben. Ein Kribbeln steigt von den Füßen durch den Körper. Ein Aufmarschieren der Truppen ist nicht zwingend notwendig. Mögen manche aber. Ebenso muss kein Publikum anwesend sein. Tut dem Ausführenden allerdings gut. Denn mitten drin, jedoch am Rande in Sicherheit, steht irgendwo ein Diktator, hohes Militär oder ein Regierungsfuzzi, der erhoben von einem Podest aus dem Geschehen zuwinkt. Ihn grüßt das Militär. Er grüßt zurück. Jene wollen oft das Publikum. Und Kameras. Dem Regierungsfuzzi gefällt es. Ihm huldigt das Militär. der Gegner darf sich erschrecken. Manchmal das eigene Volk ebenfalls.

Als ich zunächst erstmalig von Blogparade las, dachte ich, „das ist der Aufmarsch der Blogposts!“ Jedoch missfiel meinem realpolitisch pazifistich schlagendem Herzen dieses ganze militärische Drumherum. Und ich verstand gleich, warum es parallel ebenfalls den anderen Begriff Blogkarneval gibt: Ist doch de Zoch kütt ein wesentlicher Bestandteil von allen Kanevalen, Faschings und dergleichen. Sie alle veralbern das Miitärische, was dann schon eher zu einer Blogparade passt.

Jedoch stelle man sich einmal vor, ein SEOler ruft zu einer Blogparade auf. Ist das nicht der Aufmarsch der treffenden Keywords? Sind sie nicht das schwere Gerät und die Waffen? Der Content zählt doch nur, solange er sich am Suchmaschinen-Rank (besonders Google) messen lassen kann. Content ist doch nicht Inhalt im Sinne einer Botschaft, sondern nur Mittel zum Zeck. Nicht bei allen. Zugegeben. Aber bei vielen, solange es beispielsweise Google zulässt. Der SEOler braucht für seinen Aufmarsch von Blogposts mit den immer selben Keyowrds keine großen Ausschreibungen. Die werden eher inhouse gemacht. Diese Vorgehensweise wird nicht gerade verschwiegen. Jedoch auch nicht an die große Glocke gehängt. Was des eigenen Kunden Gefallen, soll des Mitbewerbers Missfallen sein: der Suchmaschinen-Rank. Das Maß von allem in SEO.

Mir fällt es schwer, den Macher einer Blogparade mit dem Diktator, hohen Militär oder Regierungsfuzzi gleichzusetzen. Besonders in diesem Fall. Die Karrierebibel als derjenige auf dem Podest, der Winkewinke macht? Nein. Allerdings fällt es mir weniger schwer, in SEO Ansätze von durchgreifenden Maßnahmen zu sehen, die dem Militärischen ähneln. Da fällt mir gleich die Verlinkungspraxis ein. Die gibt es ebenfalls in jeder Blogparade. Da gleicht dann das Nebeneinander der Blogposts doch einem Aufmarsch. Nämlich, wenn wir sie mehr als ein Nebeneinander von Links sehen, die dem Macher wie den Schreibern nutzt. Dieser ganze Linking Park ähnelt dann schon einem Exerzierplatz. Wobei jetzt Wortklauber ankommen werden und sagen, dass der Platz weniger der Ort einer Militärparade ist. Das stimmt. Es ist eher der Boulevard. Die große Straße. Es darf nichts stehen, sondern muss vorbeiziehen. Es soll alles sein, nur nicht Überschaubar wirken. So erst entsteht der Eindruck von Größe. Unüberschaubarer Größe. Diese Wichtigtuerei vermittelt meines Erachtens keine Blogparade.

Défilié

Nicht jedes Vorüberziehen ist ein Vorbeimarschieren. Während beim Schützenfest durchaus marschiert wird – in manchen Gegenden sogar im Stechschritt – marschiert der Jeck im Karneval nicht, obwohl es auch dort Marschmusik geben kann. Zugegeben: Ansätze von Gleichschritt gibt es dort auch. Allerdings wird die militärische Strenge durch das Tanzmariechen aufgelockert, das das Interesse weniger auf die Bedrohung, die Abschreckung lenkt, sondern in Richtung Allzumenschliches. Zudem sind die Texte der gespielten Musik selten sehr obrigkeitshörig, tendenziell meist im Gegenteil!, sodass jedes Aufkommen von militärischem Antlitz im Keime erstickt wird, auch wenn die Uniformen oft historisch korrekt sind – und die haben eine militärische Vergangenheit, obwohl es in beiden Fällen oftmals die ehemaligen vierteleigenn Bürgerwehren sind, die dargestellt werden. Also nicht das Militär im eigentlichen Sinn. De Zoch ist mehr Défilé denn Mitlitärparade. Wenn Militärparade, dann Veralberung des Militärischen. Man betrachte nur die Konfettikanone.

Denn Défilé meint jedes feierliche Vorbeiziehen einer Gruppe an, ja, das kann auch wieder ein Diktator, hohes Militär oder Regierungsfuzzi sein – am Gastgeber vorbei, wer immer das sein mag. Wichtig ist: Ein Défilé hat einen Gastgeber. Es ist kein militärischer Aufmarsch, der auf Befehl stattfindet, sondern es findet eine Einladung statt. Ihm fehlt die Strenge. Im Regelfall auch die Marschmusik. Das Erschrecken. Somit ist Défilé eher passend für unser Verständnis von Blogparade.

Die Blogposts ziehen sehr wohl in ihrem Nacheinander des Erscheinens oder in ihrem Untereinander ihres gelisteten Daseins am Einladenden der Parade vorüber. Aber sie sind eben die Gastgeschenke derjenigen, die sich eingeladen fühlen. Erst durch die thematisch passenden Blogposts wird die Blogparade zum Défilé für ein bestimmtes Thema. Es soll um Content gehen, nicht einfach nur um Verlinkung. Deswegen werden die Blogposts gegen Ende nochmals in einer Rückschau vom Gastgeber zusammengefasst.

Parade in der Kunst

Parade ist der Name eines multimedialen Ballets aus dem Jahre 1917 nach einem Thema von Jean Cocteau, komponiert von Eric Satie; Bühnenbild, Kostüme und Vorhang entwarf Pablo Picasso. Bekannt wurde es wegen seiner „Instrumente“. Manche ordneten es formal auch als Tanzsuite mit Jazz- und Geräuschelementen ein. Trompes l’oreilles schimpften es einige. Es war ein Skandal!

Inhaltlich geht es um einen Zirkus. Clowns versuchen die Aufmerksamkeit des Publikums für sich zu gewinnen. – Was für ein Kommunikationsthema! Wie geschaffen für PR. Geeignet für das alle Themen rund um Blogs und Blogparaden.

Für eine bunte, schillernde Blogparade, die formale Experimente zulässt, eignet sich dieser hehre Anspruch sehr gut, den dieses Ballett hat. Doch ist dieses Ballett zu komplex, um in einem kurzen Abschnitt in einem bescheidenen Blogpost wie diesem besprochen zu werden. Ich möchte aber nicht ohne Hinweis auf dieses Kunststück bleiben. Den gab ich nun. Es mag den einen oder anderen geben, der bei Parade eben auch an dieses gleichnamige Ballett denkt – und er tut gut daran.

Betrachtete ich bislang das Ganze einer Blogparade, so geht es nun im folgenden um Details, die ebenfalls mit dem Begriff einer Parade beschrieben werden.

Parieren im Reitsport

Das Parieren im Reitsport ist quasi das Herunterschalten oder das Bremsen des Pferdes durch Manipulationen mit dem Schenkel, dem Gleichgewicht sowie den Zügeln. Der Reiter unterscheidet eine halbe sowie eine ganze Parade. Wird letzte gegeben, so bleibt das Pferd stehen. Soll es zumindest. Außer dem Tempo kann in einer Parade auch die Gangart gewechselt werden. Alles kann. Nichts muss. Das Wort Parade umfasst hier beides. Nur gehorchen soll das Pferd und machen, was der Reiter im Moment mit der Parade anfordert.

Da eine solche Parade gegeben wird, lässt sich fragen, wer im Falle einer Blogparade der Reiter und wer das Ross ist. Entweder die Schreiberlinge sind diejenigen, die parieren sollen oder es ist die Themendisziplin gemeint, die auch nicht jeder Autor so zwingend einhält. Da werden alte Posts eingereicht, die manchmal nur dann noch passen, wenn der Veranstalter nicht mehr zwinkert, sondern beide Augen zudrückt. Entweder der Autor hält sich selbst im Zaum oder er wird halt abgebremst. Wobei es weniger leichter Schenkeldruck, Gleichgewicht sowie kurzer Zügeldruck sind, die dem Veranstalter zur Verfügung stehen oder dem Autor selbst zur Selbstdisziplinierung zu Diensten sind – auch wenn das ein schöne Vorstellung wäre.

Parieren soll ein Autor also nur in dem Sinne, dass er sich an die gesetzten Regeln halten soll. Im Falle der Blogparade der Karrierebibel sind sie vorbildlich genannt. Ansonsten kann der Schreiberling tun, was er will und wie er es mag. Es soll nur ein Beitrag zum Thema sein. Und das Thema sollte zu seinem Blog passen.

Parieren im Fechtsport

Der Fechter versteht darunter das Abwehren durch einen Schild oder mit der Blankwaffe. Sofort stellt sich bei mir die Vorstellung von Wortgefechten ein. Das können einzelne Thesen sein, die zwischen den Blogs diskutiert werden, aber auch ganze Artikel können sich gegenüber stehen.

Das wäre schön, wenn es gemacht würde. Gerade eine Blogparade eröffnet diese Möglchkeit zu Wortgefechten. Erst dann ergibt die abschließende Zusammenfassung durch den Gastgeber einen Sinn. Sie ist die Rückschau, der Überblick oder die Einführung ins Thema, das nun in all seiner Vielschichtigkeit vor ihm und all den Lesern liegt.

Das Verständnis einer Blogparade von hier aus, ist wünschenswert. Mettez-vous en garde. Die Einladung zur Blogparade kann durch eine Behauptung oder kühne These erfolgen, an der sich die Blogs abarbeiten. Oder Wortgefechte ergeben sich von selbst. Sollten sie zumindest. Es wird von den Gästen ja ein Interesse am Thema unterstellt und davon ausgegangen, dass die Blogparade nicht nur ein bloßes Abladen von Links sein soll. So wird sie aus dem abwechselnden Verständnis von Angriff und Abwehr verstanden. Wobei Parade selbst die Abwehr meint. Eine Einladungsthese also zur Verteidigung des eigenen Standpunktes auffordert. Dass das nicht Rechtfertigung meinen muss, sondern ebenso die Einladung zum Gegenangriff sein kann, müsste jeder strategisch denkende Schreiberling selbst wissen.

Parieren in anderen Sportarten

Ganz gleich, ob Fußball – da meint es das Auffangen, das „Halten“, durch den Torwart eines gegnerischen Balles – oder in den Kampfsportarten, immer ist eine Abwehr gemeint. Es gilt also das schon beim Fechten Gesagte.

Parieren in der Küche

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass Küchenchefs ebenfalls ein parieren kennen: Es meint das Entfernen von Sehnen, Häuten und Fett mit dem Messer. Die so entstehende Parüre wird für Fonds genutzt.

Diese Aufgabe wäre dann gegeben, wenn die einzelnen Schreiberlinge hart am Thema arbeiteten. Alles Unnütze entfernten. Und das Entfernte aber nicht als Müll ansähen, sondern daraus die Grundlage für leckere Saucen sähen. Fieserweise könnte man auch meinen, die Blogbeiträge seien eh alle zäh, viel zu lappig und fettig – da muss dann der Gastgeber her als der Meisterkoch, um eine Basis zu schaffen, in der alle gemeinsam zu etwas nutzbar sind. Eben der schließenden Zusammenfassung. Das mögen am Ende aber die geneigten Leser der Blogposts entscheiden, ob dem so ist oder ob eine Blogparade so verstanden werden sollte.

Jedenfalls ist derjenige in der Küche, der die Saucen herstellt, nicht der minderwertige Koch im Team. Keinesfalls der, auf den man verzichten kann.

Dieses ist ein Beitrag zur Blogparade der Karrierebibel zu Blogparaden.

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Horror Vacui

Da sitze ich nun. Ich schaue in den hellen Monitor. Eigentlich unverschämt dieses leuchtende Weiß. Frech blinzelt mich der Cursor an. Als wollte er mir etwas damit sagen. Blink, blink, blink. Ob er sich einsam fühlt? Ach Quatsch. Ein Cursor hat keine Seele! Er ist etwas Technisches. An, aus, an, aus. In kurzen Intervallen gibt er immer wieder die hell scheinende Fläche frei. Oder er zeigt: Ich bin noch da. Auf ihn kann ich mich verlassen. Sein wiederkehrendes  Erscheinen ist mir gewiss.

Eigentlich unverschämt – so ein Rhythmus. Unbeirrbar. Immer gleich. Er ist der Herzschlag der leuchtenden Fläche.

„Na warte!“ – denke ich mir. Dich schicke ich auf Reisen. Also tippe ich die ersten Buchstaben in die Leuchtfläche. Brav folgt er. Erst ein Wort. Dann ein ganzer Satz. Ha, nun ein Abschnitt. Auch der Backspace-Taste gehorcht er. Wenn sie nach links schreitet, geht er mit. Und immer blink, blink, blink. So schreitet der Nachmittag fort. Der Abend. Die Zeit verrennt. Die Fläche füllt sich. Aber der Cursor siegt. Beharrlich existiert er weiter in seinem niemals endenden blink, blink, blink.

So langsam werde ich müde. Ich beende den Abend, indem ich die Publish-Taste drücke. Meine Augen sind auf den Button gerichtet. Er verändert sein Antlitz von einer grauen Schaltfläche mit klar erkennbarer Aufschrift zu etwas, das sich weder weiterhin anklicken lässt, noch lesen. Die Schrift erscheint in blur. Genau jetzt klicke auf die kleine Weltkugel. Der Browser öffnet sich. Endlich ist er weg: Kein Cursor mehr. Siegesgewiss kann ich mich nun anderen Arbeiten widmen oder ins Bett legen.

Blick in den Spiegel

Wir Ich ich ich ich. Ich ich ich ich ich ich ich ich und ich. Ich. Ich Ich. Ich ich ich. Ich ichichich. Ich! Ihr Nein ich. Ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich. Ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich. Ihr ICH ICH ICH.

Ich.

Ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich .

hach Ich.🙂

Wut

Da ist ein Drängen, das will Text werden. Worte finden sich wie von selbst. Worte gibt es genug. Aber die Auswahl ist nicht leicht. Jedoch zum Glück: Ganze Sätze sprudeln aus mir heraus. Wenn ich es nicht festhalte, fließt mein Gedankenfluss weiter. Doch am nächsten Morgen verflüchtigt sich das alles. Zerfließt, ohne die Lösung gefunden haben.

Und ich muss mühsam wieder von vorne beginnen.

Ein Wiederaufrufen der Gedanken fällt schwer. Um eine Lösung zu finden, müssen sie fixiert werden. Festgehalten in pointierten Sätzen. Sätze, die ich wiederlesen kann. Das wird Arbeit am Text. Daraus werden Sätze, die ich anderen mitteilen kann. Die sie diskutieren können. Das sind Sätze, die sind für die Debatte gemacht. Sätze, die man irgendwo irgendwem vorbringen kann. Vortragen. Minnegesang der Wahrheit. Zumindest der Fakten.

Bruta facta sagen nichts – so lautet ein bekanntes Diktum. Fakten müssen in eine Geschichte eingebunden sein, die sie erklären. Die ihnen eine Ordnung geben. Diese muss nachvollziehbar sein. Wahr im umgangssprachlichen Sinn. Nur dann verspüre ich dieses Drängen in mir, das andere auch bewegen soll. Sie sollen ihren Arsch hochkriegen, damit wir etwas gemeinsam verändern. Der Fachmann nennt das AIDA-Formel – zumindest wenn er über die Texte spricht. Die Bevölkerung aber huldigt meist dem Götzen, der ihnen Brot und Spiele verspricht. Sie fordert sogar eine Politik, die ihnen selbst schadet. Und lacht darüber. Sie meint, dann trifft sie das alles nicht. Ein fataler Schutzmechanismus, der letztendlich Schein ist, nicht Sein.

Der meiste soziale Schaden beginnt mit der Spaltung zwischen ihr und wir. Das beginnt im Privaten, setzt sich fort im Beruf und schlussendlich endet es in der Politik im Völkermord. Das ist nichts anderes, als die Angst vorm Fremden. Auch vorm Fremdgehaltenen: „Und bleibst du uns nicht fremd, dann wirst du dazu gemacht!“ Eine Supportabteilung, die diese Haltung beibehält, wird in Social Media recht schnell erfahren, was ein Shitstorm ist.

Dieses Drängen zu bloggen, ist ein Drängen, aufzuklären – oder mir einiger Sachverhalte klar zu werden. In letzterem Fall wird Text zur Spur, mehr Textur des Findens als fertige Form. Einführungsveranstaltungen dürfen andere machen, die dieses mit Hingabe und gerne tun. Mein Ding ist das weniger. Oberlehrer dürfen andere spielen. Lieber ist es mir, mich mit denen auszutauschen, die ebenso eine Lösung suchen. Sie haben bereits ähnliches erkannt und leiden darunter. Oder freuen sich. Egal wie, sie sind emotional davon betroffen. Die Debatte ist mehr als nur erwünscht, kein Übel: Kein Mensch kann alles überblicken. Die Sicht der anderen ist notwendig, damit die Not sich wendet. So spiegelt sich in der Kritik das Schillern der Wirklichkeit – und nur in der Vielfalt! Lieber ein Raisonnieren als ein totales System. Lieber mit Kant gedanklich spazierengehen als mit dem Teutonen Hegel. Noch besser: Keine Angst, sollte die Form Kunst werden wollen. Oder Literatur. Oder Musik.

Fachlich blogge ich zu professionller Kommunikation in PR goes social. Das Medienstuebchen ist meine Spielwiese für Photographie, Video, Audio und Text. Dieses Blog countUP ist eher personenbezogen. Hier publiziere ich ebenfalls alle Blogparaden, sofern sie nicht eindeutig in die anderen Blogs passen.

Dieser Blogpost ist mein Beitrag zur Blogparade von Alexandra Steiner „Am Anfang war das Wort – warum blogge ich?“

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Heimat. Ich staune, wie leicht sich das tippt. Heimat. Dabei ist der Begriff höchst problematisch. Heimat. Oder übersehe ich einfach die Geschichte des 20. Jahrhunderts und widme mich diesem einem Wort? Heimat. Denn das ist es erstmal: ein Wort. Kein unschuldiges Wort. Kein schuldiges Wort. Das Wort war nicht der Täter. Oder kann es das doch sein? Vielleicht nutzte es jemand als Verführer. Es ist emotional höchst aufgeladen.

Wo ist diese Heimat? Meine Heimat? – Anscheinend gehört sie einem. Man spricht von seiner Heimat. Jeder hat wohl eine. Wirklich? Man kann sie auch verlieren. Der Verlust gebiert großes Sehnen nach ihr. Ebenso verhält es sich, wenn man sie freiwillig verlässt. Zumindest ist es oft so. Man kann eine neue finden. Von außen bestimmen lässt sich das nicht. Auch nicht vorhersagen.

Ist es nun der geopolitische Ort seiner Geburtsstadt? Das Elternhaus? Die Region, wo man zur Schule ging? Die Familie? Die Vereine, in denen man Mitglied war oder ist? Oder nur der engere Freundeskreis?  Ein bestimmter Lebensabschnitt mit allem Drumrum? Manche sehen in der Geschichte ihre Heimat: ihrer Familie, ihrer Religionsgruppe oder ihres Volkes.

Man kann im Exil leben und seine Heimat in seiner Muttersprache haben. Man kann sie aber als Sprache der Täter seit der Tat verabscheuen. Nicht mehr sprechen. Ist Sprachverweigerung dann Heimatverweigerung? Kann man seine Heimat verweigern? Sprachlich klingt das seltsam, auch wenn ich es in diesem Beispiel nachvollziehen kann. Sie kann verleugnet werden. Ihr den Rücken zukehren kann man ebenfalls, wenn es keinen Ersatz gibt. Heimatersatz. Unmöglich. Heimat ist kein beliebiges Austauschprodukt. Da müssen gewichtige Gründe vorliegen, sich von ihr abzuwenden. Völkermord beispielsweise. Oder dessen widerwärtiges Verleugnen.

Andererseits gibt es Heimatlose. Beispiel Snowden: der wohl derzeit bekannteste Asylant. Exil, Asyl – Heimat im Übergang. Kann Heimat temporär sein? Ein Verhältnis zu Wasauchimmer als Passage? Hätte Snowden im Transitbereich eine neue Heimat finden können? Wohl kaum. Da denkt man an Hollywood mit seinen Komödien. Wo haben Nomaden eigentlich ihre Heimat? Vermutlich im Reisegefährt. Dem Reittier. Dem Zelt – und dem ganzen Drumrum. Heimat klingt nach ontologischem Gewicht. Etwas, in dem die Last der Metaphysik spürbar wird. Heimat scheint für immer zu sein. Darum das Befremden von Übergangsheimaten. Überhaupt irritiert der Plural. Heimat will man im Singular haben. Man hat eine Heimat. Seine Heimat – wo oder was immer diese sein mag. Eine neue Heimat kann Unrecht schaffen. Wenn andere sagen: „Dies sei nun eure neue Heimat“ und übersehen, dass die dort Ansässigen vertrieben oder nicht mehr geduldet werden. Beispiel Israel/Palästina. So kann eine Wiedergutmachung scheitern. Ein Dilemma. Denn ein Anrecht dort zu leben haben beide. Heimatkonflikt.

Wenn Orte, Menschen und Sprache Heimat sein können: Wie sieht es mit dem digitalen Raum aus? Mit sozialen Netzwerken? Also den technischen Orten, wo Menschen, Maschinen, Sprachen sowie Schriften zusammen kommen? Heimat ist etwas je eigenes. Individuelles. Heimat kann aber ebenso kollektiv sein. Irgendwie scheint ihr mal mehr Privates, dann mehr Soziales anzuhaften. Da scheinen die sozialen Netzwerke wie dafür geschaffen. Wie verhält es sich nun mit Digitalien als Heimat in Zeiten der totalen Überwachung fast aller Lebensbereiche durch Geheimdienste? Es widerstrebt mir, Big Brother und Heimat zusammendenken zu können. Der Beobachter beeinflusst die Beobachtung durch sein Beobachten, auch wenn er nicht gesehen wird. Er ist nun da. Wir wissen von ihm. Wir können ihn nur verleugnen oder verdrängen. Und unseren eigenen Politikern mißtrauen wir in dieser Hinsicht, da sie unehrlich waren. Kann hier Heimat sein? Ich kann nicht von Digitalien schreiben, ohne unseren Staat zu erwähnen – und denen von unseren jetzigen Verbündeten. Partnern.Ehemaligen Alliierten. Der Heimatbegriff ist in der Krise – nicht nur durch seinen Missbrauch zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wenn wir Digitalien und Heimat zusammendenken wollen, begegnen wir auf einmal globaler Überwachung. Globale Überwachung soll der Weg aus globalem Misstrauen sein der Staaten gegenüber ihren Bürgern. Diese sollen sich nun beschützt fühlen, obwohl sie es sind, denen misstraut wird. So geht Neuland. Neuland ist kein Heimatland.

Ist unser Lebensraum im Westen wie in Nahost sowie im Osten überhaupt ohne digitale Geräte denkbar? Im Prinzip schon, doch wer wollte das wirklich? Wir werden trotz alledem nicht verzichten auf unsere digitalen Gadgets. Stattdessen werden viele das Beobachtetwerden verdrängen. Es nicht wahr haben wollen. Sich selbst belügen, um eine Illusion von Vetrautheit und Vertrauen aufzubauen. Wiederzugewinnen. Um dort in den sich selbst erzählten Geschichten Heimat zu konstruieren. Heimat scheint in Narrationen zu überleben. Heimat will Geschichten. Geschichten des Wohlfühlens. Der Ort, wo Vetrauen ist. Doch es gibt ihn nicht mehr. Überall ist Beobachtung. Beobachtung bedeutet Fremdbestimmung. Heimat ist aber etwas zutiefst Selbstbestimmtes.

Wir haben keine Heimat mehr, wenn wir ehrlich sind. Wir können keine mehr haben. Sie haben uns unsere Selbstbestimmung genommen. Wir sind Laborratten auf Abruf. Latent fremdbestimmt. Hat die Ratte ihre Heimat im Labyrinth, wo sie ein wenig herumlaufen darf und Knöpfe drücken?

Uns bleibt derzeit nichts anderes als diese krankmachende Situation auszuhalten. Dazu müssen wir stark sein. Wenn uns Fiktionen, Mythen und Märchen präsentiert werden, so müssen wir mit Aufklärung antworten. Wenn wir nicht mehr rauskönnen aus den Geschichten, so liegt die Antwort im aufgeklärten Mythos. Whistleblower bringen die Fiktionen heutiger Politiker zurück ins Faktische. Die Verfassungen der Staaten sind ebenfalls kluge Texte. Zumindest solange sie nicht dahigehend geändert werden, dass Totalüberwachung erlaubt wird. Solange sie so sind, wie sie sind, können wir dort unsere Heimat haben. Verfassungspatrioten. Doch sie stülpen mittlerweile unsere Verfassungen um zu diegetischen Texten. Eine erzählte Welt, die in Wirklichkeit anders funktionierend gehalten wird. Verfassungstexte sind darum genau dann gefährlich, sobald die Wirklichkeit der Politik an ihren Inhalten gemessen werden soll. Heimat zu Zeiten globaler Verzweiflung geht ansonsten nur ironisch. Ironie ist uneigentliche Rede. Ist aber auch eine Form des aufgeklärtem Mythos. Nur wer weiß, dass er sich hier auf einem Weg der Zweiheit bewegt, der hat die Chance, nicht zu verzweifeln.

Gerne beendete ich diesen Blogpost so: Lasst uns aufbrechen. Einen neuen Ort schaffen. Eine Nicht-Heimat. Ein Utopia. Vielleicht finden wir in der Utopie noch Hoffnung auf eine künftige Heimat. Lasst uns auf dem Boden der Tatsachen ins Träumen geraten. Doch wir kommen nicht heraus aus dem Irrgang der totalen Überwachung. Weltweit. Darüber müsen wir reden. Der Heimatbegriff kann heutzutage nur zur (Selbst)Täuschung genutzt werden. Oder als Lüge der Politiker. Schlecht. Oder kritisch hinterfragt werden. Dekonstruiert werden in Zeiten von Digitalien. Besser. Denn dann hat Heimat Chancen, aufklärerisch zu werden. 

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade von Katja Wenk .Thema: Was ist eure Heimat?

Filmposter J'accuse 1919

Heute (3.November 2012), der Tag danach. Der Tag, nachdem ich zufällig im Netz vom Tod meines Vaters las. Ich empfinde nicht weniger Trauer und Wut über das ganze Drumherum als gestern, dem Tag als ich die schreckliche Entdeckung machte.

Was geschah: Ich googelte nach meinem Namen und fand die Todesanzeige von meinem gleichnamigen(!) Vater. Erst dachte ich, es sei ein schlechter Scherz und die Anzeige meine mich. Denn mein Vater ohne seinen einleitenden Doktortitel – für ihn wie für fast alle Mediziner undenkbar. Aber dann fand ich die gleiche Anzeige nochmals. Die dort angezeigten Daten sagten mir: Es ist doch wahr! „Leider“ – dachte ich mir und rief sogleich die nahe Verwandtschaft an, warum ich nicht informiert worden sei. Meiner Mutter mache ich keinen Vorwurf. Sie hatte wohl geschrieben und es liegt an den Umständen in Bochum, dass der Brief mich noch nicht erreichte. Nein, Bochum verzeihe ich da nichts. Aber da bleibt noch die Frage offen: Warum hat mich niemand anderes benachrichtigt, wo ich doch ganz offensichtlich nicht reagiert habe? Warum? Deswegen bleibt für mich als momentane Haltung nur ein „j’accuse!“. Kein Verständnis für das Schweigen der anderen.

Ich klage deswegen an alle selbsternannten „Helfer“, die meinten zu wissen, worum es geht ohne mit mir jemals darüber zu sprechen (nein, hat keiner gemacht, darum ist es recht übersichtlich). Ich klage deswegen alle die an, die immer meinten zu wissen, worum es geht und nie bedachten, dass es ganz anders sein kann. Ich klage ebenso an die nahe Verwandtschaft, die es in künftiger Zeit nicht leicht haben wird mit mir. Dass meine Mutter mit Jahrgang 1931 alt genug ist, um nicht mehr alles zu überblicken, ist für mich selbstverständlich. Das Unverständnis beginnt bei allen ihren noch lebenden jüngeren Brüdern, die sich teils auch selbst mit dem Internet auskennen – und da bin ich nun ganz leicht auffind- und anschreibbar. Deswegen klage ich sie an, weil sie sich nie gemeldet haben, sondern alle nur meinten, es sei an mir, dies zu tun. Aber sie wussten vom Tod meines Vaters. Ich nicht!

Verbleiben des Briefs meiner Mutter

Wo der Brief meiner Mutter blieb scheint sich nun aufgeklärt zu haben: Bei einer Dame, die für eine Unterorganisation der Caritas arbeitet. Ich lag 2012 fast ein halbes Jahr im Krankenhaus in Herne, wurde mindestens zehn Mal unter Vollnarkose operiert, da ich nicht mehr gehen konnte und fuhr anschließend zur Reha nach Bad Driburg. Damit ich jemanden habe, der sich um die Post kümmert, rieten mir einige zu einer offiziellen Betreuerin. Das war einer meiner größten Fehler in meinem Leben auf so einen Ratschlag jemals gehört zu haben und ich zweifle heute immer noch daran, ob dieser Ratschlag überhaupt nett gemeint sein kann. Die Dame ging zunächst für drei Wochen in Urlaub, begann dann irgendwann die Betreuung, ohne bemerkt zu haben, dass sie erst ab August Post erhielt, die an mich adressiert war. Da war ich schon von der Reha zurück. Ich konnte wieder gehen. Auch erledigte ich alle Amtsgänge selbst. Nun beendete ich die Betreuung durch das Amtsgericht – ich hatte aber auch vorher stets die Entscheidungsgewalt über alle Bereiche meines Lebens behalten. Sie sollte nur unterstützend helfen: Botengänge und andere Hilfsarbeiten. Weil die Betreuung Kosten verursachte, die ohne die Betreuung nicht entstanden wären, stoppte das Gericht die Betreuung sehr zügig. Aber dennoch gingen fortan Briefe an ihre Adresse statt zu mir. Dass Post auch dringend sein kann, daran dachte sie wohl nicht. Jedenfalls meldete sie sich ganz sorgenfrei bei mir, es sei ein ganzer Stapel Briefe bei ihr eingetroffen. Ich klärte sie über den zurückliegenden Tod meines Vaters auf. Mit- oder Beileidsbekundungen von ihr wollte ich nicht – die wirken auf mich nur geheuchelt.

Für mich steht sie nun stellvertretend für Betreuung durch die Caritas und vergleichbare Organistationen. Ich sehe schwarz für die armen „Betreuten“, die keine volle Entscheidungsgewalt zugesprochen bekommen und nun mehr dazu „verurteilt“ sind, alles hinzunehmen, was jemand im altruistischen Eifer für sie entscheidet – ein sehr teures Unterfangen!

Warum noch ein Blog? PR goes social ist rein thematisch auf PR, Jorunalismus und Social Media beschränkt, sodass ein weiteres experimentelles nötig wurde. Dort, wo auch Unfertiges seinen Platz findet. Oder wo mutig mit den Formaten gespielt werden kann. Mehr Atelier oder Labor denn Publikation fertiger Werke.

Wo dann aber veröffentlichen, was in die anderen nicht passt? Wo einmal übers Bloggen in den anderen Blogs reflektiert wird oder das einfach mal mehr Tagebuch sein darf? Dazu eröffne ich nun dieses Blog als weiteres Blog.

Zunächst wollte ich das gleiche Design wählen wie das Medienstübchen. So einiges hätte dafür gesprochen. Vor allem das Streben nach einem einheitlichen Corporate Design, sodass eine gewisse Vertrautheit schon bei der ersten Anschauung eintritt. Aber dann entschied ich mich doch für ein weiteres Design, auf, dass es unterschiedliche Leseerfahrungen gibt, je nach dem, welches Blog man gerade liest. Eine gewisse Wiedererkennbarkeit stellt sich durch den immergleichen Avatar des Autors ein. Ansonsten sind online Design-Entscheidungen auch nicht für die Ewigkeit – auch wenn ich keinem raten würde zu einem heute mal so, morgen mal anders. Da bin ich dann doch ein Verfechter einer gewissen Beständigkeit und Gegner von Beliebigkeit.